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Das Projekt „Haus Abraham“

„Ich werde dich zu einem großen Volk machen,
dich segnen und deinen Namen groß machen.
Ein Segen sollst du sein.
Ich will segnen, die dich segnen
und verfluchen, die dich verfluchen.
Durch Dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.

(Zusage Gottes an Abraham im ersten Buch des Pentateuch/der Bibel, Verse 12, 2 -3)

„Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm:
Zachäus, steig eilend herab, denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.
Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.
Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen:
Bei einem Sünder ist er eingekehrt.
Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach:
Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen,
und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.
Jesus aber sprach zu ihm:
Heute ist diesem Haus Heil widerfahren,
denn auch er ist Abrahams Sohn.“

(Jesus und der Zöllner, Evangelium nach Lukas, 19, 7-9)

 

„Wer hätte eine bessere Religion, als wer sich Gott ergibt
und dabei rechtschaffen ist und der Religion Abrahams folgt,
des Hanifen (des Rechtgläubigen)?
Gott hat sich Abraham zum Freund genommen.
Und Gott gehört, was im Himmel und auf der Erde ist.
Und Gott umfasst alle Dinge."

(Quran, Sure 4 (An-Nisa), Verse 124-125)

Weltweit – und besonders zügig auch in Europa – werden die Religionen und Kulturen neu und intensiv zu Nachbarn. Auch bei uns in Deutschland werden Christen, Muslime, Juden sowie Angehörige anderer Religionen auf Dauer zusammenleben. In dieser Vielfalt liegt eine große Chance, die aber auch mit ernstzunehmenden Ängsten und Herausforderungen für uns alle verbunden ist.

Wir wollen uns mit Ihnen engagieren für ein Haus Abraham in Deutschland. Ein Haus der Begegnung und des Gespräches. Ein Ort, in dem man einander kennen lernt und ernstnimmt. Ein Symbol auch für die wichtigen Werte, die uns Abraham und seine Familie vorgelebt haben: lebendiger Glauben und Zuversicht, Gastfreundschaft, Courage und Friedfertigkeit, Menschlichkeit, auch Schwäche – und bei all dem immer wieder der Mut zur Hoffnung, zum Aufbruch, zu neuen Wegen.

Auch vor dem Hintergrund bestehender jüdisch-christlich-islamischer Abrahams - Initiativen in anderen Ländern, wird in Deutschland immer wieder der Wunsch nach einem „Haus Abraham“ geäußert: einem Haus der Begegnung und des Gespräches, einem Ort, in dem man einander kennen lernt und ernstnimmt, ein Symbol auch für die Werte, die uns Abraham und seine Familie vorgelebt haben: lebendiger Glauben und Zuversicht, Gastfreundschaft, Courage und Friedfertigkeit, Menschlichkeit und bei all dem immer wieder der Mut zur Hoffnung, zum Aufbruch, zu neuen Wegen.  

Warum Abraham?

Der „Stammvater“ Abraham steht am Anfang von Judentum, Christentum und Islam. Alle diese Weltreligionen berufen sich auf ihn und seine Familie. In den letzten Jahrzehnten hat sich gegen alle Widerstände in den drei monotheistischen Religionen die Zahl derer stetig erhöht, die in dieser Verwandtschaft eine Chance und eine Verpflichtung zu mehr Frieden und gegenseitigem Respekt sehen. Gerade deshalb „verwässert“ das Gespräch über die gemeinsame Wurzel das Selbstverständnis und die Würde des jeweils eigenen Glaubens nicht, sondern vertieft es vielmehr. Aus dem gemeinsamen Ursprung erwachsen für alle Seiten immer wieder überraschende Entdeckungen. Wir haben miteinander schon oft erfahren, dass gerade in der Begegnung, in Gespräch und Zeugnis Muslime, Christen und Juden die Wurzeln ihres eigenen Glaubens immer wieder neu erfahren und bewahren.

Warum ein Haus?

Begegnung braucht Orte. Gerade dort, wo sich Menschen auf den Weg zueinander machen, ist es wichtig, dass diese Orte nicht schon einseitig „vorgeprägt“ sind. Ein „Haus Abraham“ kann in dem Sinne besonders einladend sein, dass es das Selbstverständnis der drei Religionen aufnimmt und respektiert. Zum Beispiel durch je eigene, gestaltete Gebetsräume; durch eine Küche, in der die Speisevorschriften kontrolliert eingehalten werden; durch eine gemeinsame Bibliothek, in der die Standpunkte gleichermaßen zu Wort kommen. Über seine „Funktion“ als Tagungsort der Begegnung und des Gespräches hinaus kann das „Haus Abraham“ aber auch ein originelles, architektonisches Symbol sein für die Werte, die unser Land und unsere Welt mehr denn je brauchen. Einen lebendigen Glauben ohne Herabsetzung des anderen, Offenheit und Toleranz ohne Preisgabe des eigenen Standpunktes, Innovation und Moderne (z.B. eine umweltfreundliche Bauweise), um damit neue Bezüge aufzuzeigen, auf denen unser Zusammenleben basiert.

Wie soll dies verwirklicht werden – und wo soll das Haus dann stehen?

Ohne jede Illusion wissen wir: es liegt ein weiter und anstrengender Weg bis zum ersten „Haus Abraham“ vor uns – aber wir sind schon unterwegs und freuen uns darauf! Als ersten Schritt wollen wir die Idee bekannt machen und einen „Freundeskreis Haus Abraham“ aufbauen. Eine seiner ersten Aufgaben wird darin bestehen, einen Architektenwettbewerb auszuschreiben und die Ergebnisse der Öffentlichkeit vorzustellen. Spätestens mit der Prämierung eines Entwurfes kann dann die Suche nach einer geeigneten Gemeinde beginnen, die bereit wäre, kostenlos oder vergünstigt Grund und Boden für dieses Haus zur Verfügung zu stellen. Nun gilt es „nur noch“ die notwendigen Mittel zur Errichtung von Trägerstiftung und schließlich Bau zusammenzubringen...

Woher soll das notwendige Geld kommen?

Bei allem Idealismus ist es uns klar, dass es große Ausdauer und einige Jahre brauchen wird, bis das „Haus Abraham“ Realität werden kann. Auch weil in der aktuellen Situation keine der drei Religionsgemeinschaften über große finanzielle Spielräume verfügt. Die Kirchen werden durch sinkende Steuereinnahmen insgesamt zu Sparmaßnahmen gezwungen. Die jüdischen Gemeinden sind mit Aufnahme und Integration vieler Juden, insbesondere aus den Staaten der GUS, personell und auch finanziell stark gefordert. Dem Islam in Deutschland fehlen bis heute repräsentative Strukturen. Wir können hoffen, dass wir von der Politik Unterstützung erhalten, aber wissen können wir das nicht. Deshalb sollten wir dieses Projekt auch nicht davon abhängig machen.

Uns trägt aber unser Glaube, dass Gott diesem gemeinsamen Ziel seinen Segen gibt. Und die Hoffnung, dass sich überall Menschen finden werden, die bereit sind, am Aufbau des ersten „Haus Abraham“ in Deutschland mitzuarbeiten.

Neben Einzelspenden und der Bereitschaft, z.B. im Freundeskreis des Hauses Mitglied zu werden, gibt es hierzu unzählige weitere Möglichkeiten, beispielsweise: 

  • „Abrahamsfeste“ – wie wir ein erstes bereits in Filderstadt veranstaltet haben, sprich: Tage der Begegnung, des Gespräches und des zwanglosen Kennenlernens der drei Religionen. Nicht zuletzt können wir unsere gemeinsame Freude an diesem Tag teilen.
  • Benefiz-Konzerte und -Aufführungen, von denen ein Teil des Erlöses dem Projekt zufließt. Hierfür bieten wir auch gerne das von uns anlässlich des ersten Abrahamsfestes im Oktober 2000 entwickelte Theaterstück „Abraham heute“ zur freien Aufführung an.
  • Kunstwerke und Musikstücke, Filmprojekte, Gedichte, Artikel und Schriften, Vorträge, Predigten, Filmprojekte, Diskussionen und Ausstellungen, u. v. m.

All diese Aktivitäten lassen sich frei und basisnah „vor Ort“, in Ihrer Gemeinde, Schule oder Gemeinschaft organisieren. Auf www.haus-abraham.de wollen wir alle Termine immer wieder sammeln und bekannt geben.

Und schon hieran wird auch deutlich, dass – ganz „abrahamisch“ – die Reise bereits Teil des Zieles ist. Schon durch die Veröffentlichung der Idee und mit dem gemeinsamen Engagement für das Projekt wird das Nachdenken, das Gespräch und auch der künstlerische Austausch über Glauben und Frieden, über Abraham und seine Familie und damit letztlich über unser Zusammenleben als Juden, Christen und Muslime heute, neu belebt.

Hören auch Sie den Ruf, machen Sie sich mit auf den Weg zu einem gemeinsamen Ziel, von dem zu träumen sich lohnt. Bauen wir gemeinsam ein Haus der Begegnung und des Friedens, ein Bekenntnis zu Respekt und Vielfalt in unserem Land –

Das erste „Haus Abraham“ !

Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG) –
Region Stuttgart e.V.
Brühlstraße 6, 70794 Filderstadt
e-mail: info@cig-stuttgart.de
www.cig-stuttgart.de

Spendenkonto: 218 11 47 bei der LBBW, BLZ 600 501 01

Stichwort: Haus Abraham

(Spende ist beim Finanzamt abzugsfähig)

„Selbst Menschen mit großen Vorzügen lernen ihr eigenes Wesen
erst in der Begegnung mit anderen kennen,
wie ja auch die Augen sich selbst nur im Spiegel wahrnehmen können.“

(aus Indien)

  „Abrahams Haus stand allen Menschenkindern offen,
den Vorbeiziehenden und Heimkehrenden,
und Tag für Tag kamen welche, um bei Abraham zu essen und zu trinken.
Wer hungrig war, dem gab er Brot.
Wer nackend in sein Haus kam, den hüllte er in Kleider
und ließ ihn von Gott erfahren, dem Schöpfer aller Dinge.“

(M. J. Bin-Gorion, „Die Sagen der Juden“, Berlin 1935)

Die Christlich-Islamische Gesellschaft (CIG) Region Stuttgart e.V. hat im Oktober 2000 u.a. mit einem ersten „Abrahamsfest“ mit Teilnehmern der drei Religionen sehr ermutigende Erfahrungen gemacht. Deshalb wollen wir nun der bisher noch recht „unscharfen“ Idee eines „Haus Abraham“ ein konkretes Gesicht geben: im Rahmen eines offenen Studienwettbewerbes sollen angehende Architekten einmal konkrete Modelle entwickeln. Eine Wettbewerbsjury aus Vertretern der drei Religionen und des öffentlichen Lebens soll dann die besten Entwürfe auszeichnen.

Als Ergebnis sollen erstellt werden eine Wanderausstellung sowie eine attraktive Dokumentation der besten Entwürfe.

Mit diesen konkreten Vorlagen hoffen wir, auf einer breiten Basis eine Diskussion um das Für und Wider eines solchen Hauses und evtl. auch über seine Realisierbarkeit beginnen zu können.

Um von vornherein effizient, transparent und auch kostengünstig arbeiten zu können, wird die „Haus - Abraham - Initiative“ sich sehr stark auch über das Internet entfalten.

 

 

 

 

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